Die Katze beim Lomattobel
Die Katze beim Lomattobel
Vor etwa tausend Jahren wohnte im Lomatthaus bei Stallikon ein Weib, das in der schwarzen Kunst wohl erfahren war. Schwarz wie ihre Kunst waren auch Leib und Seele. Einzig die Haare standen ihr rot um ihr hässliches Gesicht, in welchem zwei funkelnde Triefaugen standen. Zur Nachtzeit fuhr sie mit dem Teufel auf den Hexentanzplatz und half ihm dort bei jedem Firlefanz. Dafür tat ihr der schwarze Höllengeist zuliebe‚ was sie nur wollte.
Doch zur bestimmten Zeit lief der Vertrag mit dem Bösen ab. Sie stand just hinter dem Haus beim Brunnen, als er heranfuhr, sie beim Schopfe nahm und ihr das Genick umdrehte. Seit da muss sie als Katze beim Lomattobel umgehen, sobald es dort abends zu dunkeln anfängt.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Knonauer Amt
Nach Baur, Nr. 6, Stauber, S. 53. Lomatt ist ein Hof zwischen Sellenbüren und Stallikon.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.