Die Russen im Giigeliboden
Die Russen im Giigeliboden
Nicht weit von Dietikon steht der Guggenbühlwald. Darin befindet sich eine mit dichtem Gestrüpp bestandene Mulde, die unter den Füssen nachgibt, wenn man sie betritt. Deswegen ist die Gegend unheimlich.
In besonders dunkeln Herbst- und Winternächten sieht man im Giigeliboden hagere Gestalten, die traurig um ein flackerndes Feuer sitzen. Deutlich erkennt man die Pelzmützen, die langen Bärte, die zerlumpten Uniformen und die schweren Ketten, die sie an den Knöcheln und an den Handgelenken tragen.
Das sind die Seelen der Russen, die der französische General Masséna einst hier gefangen hielt. Immer wieder treffen sie hier zusammen, um ihr trauriges Schicksal zu beklagen. Sie suchen den Sinn ihres Daseins zu verstehen, was ihnen bis heute nicht gelungen ist.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Limmattal
Aus den „Sagen aus dem Limmattal“. Quellen sind dort nicht angegeben. Laut Vorbemerkung wurden die Sagen durch Sekundarlehrer K. Klenk „durch Schulaufsätze“ gesammelt.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.