Das Seelisberger Tor
Auf Seelisberg, im Walde zwischen der Pfarrkirche und der Kapelle auf Sonnenberg, heisst es an einer Stelle »in der Gruobi, Gruowi«, von gruoben, d.h. ruhen. Es ist daselbst eine gedeckte »G'hirmi« mit einem grossen Feldkreuz daneben. Nicht weit davon ist »das Tor«. Beim Tor war Seelisberg geschlossen, sagte man, und eben hier seien die Einwohner von Luzern her angefallen worden.
Nach diesem Tor heisst jene Gruowi auch das Torhittli und unterscheidet sich noch heute die Seelisberger Schuljugend in Obertörler und Untertörler, d.h. solche, die ob dem Tor, also zu Sonnenberg, Geissweg, Beroldingen, Wyssig etc. und solche, die unter dem Tor, d.h. bei der Kirche, in den Rüttenen, zu Volligen daheim sind, welche zwei Parteien manch harten Strauss mit einander auskämpfen.
Eine Urkunde vom 24. April 1365 erwähnt eine »alte Letzi« in Seelisberg.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.