Beim Kreuzaufstecken erfallen
Als man zu Spiringen das schwere, eiserne Kreuz der Spitze des hohen, schlanken Turmhelms der Pfarrkirche aufstecken wollte, beauftragte man mit dieser lebensgefährlichen Aufgabe einen zum Tode verurteilten Verbrecher, dem man für den Fall des Gelingens das Leben zu schenken versprach. Oben angekommen, rief dieser hinunter: »I weeles Loch sol i ds Chryz steckä?« Schnell besonnen antwortete der Meister: »I das mittzt!« Der Arbeiter tat's. Das Kreuz hielt fest, aber der Mann fiel hinunter.
Katharina Kempf u.a.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.