Der Brunnen zu Schwanden
Im Schächental lässt sich gar nicht versenken, nicht einmal mit Quecksilber. Vor Zeiten hatte man dort gar kein Brunnenwasser. Da fingen sie an, zur St. Anna, der Kapellenpatronin, zu beten. Da kam eines Abends ein Bettler und fragte übernacht. Barmherzig nahmen ihn die Leute auf, sagten aber, wenn er etwa dürsten sollte, müsse er in Gottes Namen selber für Wasser sorgen, sie hätten keines im Hause. Er meinte, bis morgen würden sie schon Wasser haben. Am Morgen war der Bettler schon in aller Frühe fort, und neben dem Hause floss ein prächtiges Brünnelein mit klarem Wasser, das in der Folge auch im Winter nie versiegte und nie einfror.
Karl Gisler
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.