Das Dorf Hospental
sei vor alten Zeiten am andern Ufer der Reuss, zu »Tendlen«, gestanden. Von dort ging der Saumweg bergaufwärts auf den Bätz und dann durch den Briggwald hinunter, kam also nördlich der heutigen Teufelsbrücke, aber etwas südlich der Gallerie in die Richtung der heutigen Gotthardstrasse. Noch im 19. Jahrhundert sei ein zu Tendlen begüterter Bauer von Hospental seinem Nachbar daselbst durch das Land gegangen; es sei zum Prozess gekommen, und jener habe aus den alten Urkunden und Kaufbriefen beweisen können, dass er im Recht und nur auf der alten, öffentlichen Strasse gegangen sei.
Ein alter Priester von Andermatt, Kaplan Felix Georg Meyer, † 1871 im Alter von 96 Jahren, genannt der »chly Heer«, habe stets, wenn er zu Tendlen vorüberging, den Hut abgezogen und seine Handlungsweise damit begründet, es sei da einst eine Kirche gestanden, in der heilige Sakramente gespendet worden.
Der Versammlungsort der Talgemeinde von Ursern ist auch heute noch auf dem westlichen Ufer der Reuss.
Lehrer Regli, Hospental; Mich. Simmen
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.