Untergang des Jäntelbodens
Der G'wüestboden im Tale der Göscheneralp, heute ein ödes Trümmerfeld, hiess vor Zeiten Jäntelboden und war eine blühende Au. Man hätte da keinen Stein gefunden, wenn man einen solchen einem der Pferde hätte nachwerfen wollen, die man damals noch in die Alp trieb. Da kamen eines Sonntags zwei fremde, unbekannte Weibspersonen daher, bis zum Jäntelbrunnen vor im Boden, standen in den Brunnen hinein und wühlten darin herum (»hennt dri' g'niält«). Der Himmel war glanzheiter. Aber alsbald fing er an, sich schwarz zu überziehen; in kurzer Zeit brach ein schreckliches Unwetter los, die Rübenen und Bäche fuhren tosend und brüllend von den Bergen und begruben den schönen Jäntelboden mit ihrem Schutt.
N. Gamma, genannt »der Wiälesch«, ca. 85 J.a.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.