Von der Alp Fellenen
Der obere, südliche Teil dieser Alp ist heute eine bis drei Stunden lange Steinwüste – Gand –, unterbrochen von einigen Flecken ewigen Schnees. Vor Zeiten war es aber herrliches Weidland bis hinauf auf das Grätli. Da oben kamen zu jenen vergangenen glücklichen Zeiten die Sennten und Küher der Urner aus Fellenen und der Bündner zusammen. Ruhig liessen die Hirten das Vieh laufen und ergaben sich gemeinsamen Spielen bis am Abend, wo sie es dann mit Peitschen zusammen und zu den Hütten trieben. Vom Obermatt bis auf das Grätli, heute fast drei Stunden weit, war so glattes Weideland, dass eine Kegelkugel vom Grätli her bis Obermatt hinunter in ununterbrochenem Laufe dahinfuhr.
Joh. Jos. Walker
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.