Die Kapelle unter dem Boden
1. Zu Äsch sei schon vor Zeiten eine Kapelle gestanden. Da habe einmal ein Bergsturz das Dörflein mit samt der Kapelle unter gemacht. Die Kapelle stehe noch unter dem Erdboden, habe ein fahrender Schüler gesagt, und würde ein Hahn an der richtigen Stelle tüchtig scharren, so würde er grad auf die Spitze des Kapellentürmleins kommen.
Josef Maria Müller
2. Eine Kapelle, sagte ein fahrender Schüler, liege im hintern Äschboden im Schächental unversehrt unter dem Erdboden, deren Turmspitze ein scharrender Hahn leicht frei legen könnte, wenn er den richtigen Punkt treffen würde. Von dieser Kapelle bis zur Jägerbalm ennet der Märcht sei eine durchgehende Höhle durch das Gebirge.
Franz Müller, Altdorf; Karl Brücker, Bürglen
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.