Rudenz
In der zum Schlösslein Rudenz in Flüelen gehörigen kleinen Wiese sah man drei kreisrunde, zu einem Dreieck geordnete, gänzlich kahle Flecken, auf denen nie Gras wachsen wollte. Öfters hat man sie ausgegraben und mit anderer Erde ausgefüllt; aber es fruchtete nichts. Endlich soll sie Pfarrer Dittli (1872–1912) benediziert haben, nachdem man sie vorher nochmals mit frischer Erde erneuert hatte. Von da an überwucherten die geheimnisvollen Kreise, und heute sieht man keine Spur mehr von ihnen. Es ging die Sage, es habe einmal an dieser Stelle einer der Herren von Rudenz seinen Vetter getötet.
Robert Müller
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.