Hexe verbrannt
Zu Wassen kam einst ein Weibsbild an ein Wohnhaus, rieb seinen Leib an der Haustüre, – het da g'rangget – nahm dann zwei Holzscheite und heftete sie kreuzweise an die Haustüre. Da bekamen alle Insassen den Eselhusten.
Dann ging das Blagg nach Göschenen und machte es an einem Hause nahe bei dem Kirchlein ebenso. Aber da wurde es gepackt. Die Göschener zündeten einen tüchtigen Scheiterhaufen an, drehten die Hexe dreimal im Kreise herum und schleuderten sie dann in die Flammen. Aber die verführte dabei doch ein gottsjämmerliches, märterliches Geschrei, so dass die Göschener zueinander sagten: »Nei, das mache-mer doch nimmä! verbrennä tiäm-mer keini meh!« Und sie hielten den Vorsatz.
Franziska Kruog, 70 J. alt
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.