Verzauberte Kuhketten
In der Alp Wängi am Kinzigpass wurden eines Morgens zwei Kühe im Gaden in eine und dieselbe Kette verwickelt angetroffen. Niemand war imstande, die Kette zu lösen, und die zwei Tiere waren am Ersticken. Endlich holte man Gesegnetes und berührte damit das verzauberte Band. Sogleich löste es sich und gab die Gefangenen frei, die auseinander stoben; aber im nämlichen Augenblick flog auch ein etwa 10jähriger Knabe, der in einer Entfernung von mehreren Schritten zugeschaut hatte, auf unerklärliche Weise in die Mistgrube hinaus.
Gewöhnlich hängt man gegen Zaubergewalten und böse Kräfte gesegnete Stechpalmen oder gesegnete Haselzwicke im Stalle auf.
Kath. Müller, Schwester des obgenannten Knaben, 75 J. alt
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945,
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.