Wetterhexe mit der Zeine
»Ein Mädchen von Bolzbach«, so fährt meine Erzählerin fort, »stieg einmal gegen das Gygenstäfeli hinauf, um dort Süffi zu holen. Unterwegs begegnete ihm so ein wüstes Guschi mit einer Zeine auf dem Kopf, in altmodischem Gewand; es kam aus dem dichtesten Gestrüpp hervor und lissmete an einem schwarzen Strumpf. Das Guschi redete die Bergsteigerin an und sagte: »Magsch dänk ä chly gleitig gah, äs chunnt de nu eiswägs chu haglä!« »Ja, worum nitt gar!« brummte das Mädchen, »vom heitärä Himel chunnt's etz dänk chu haglä.« Aber woll! chüm het das Meitli i ds Älpäli üfa meegä und undärä Schärmä, het's grandig afah haglä, eppis usinnigs. Das heig da nitt scheen 'präglet iber ds Hittätach innä.«
»Das isch äu neiwä-n-ä kürjosi g'sy!« meint meine Erzählerin, zu deren Lebzeiten sich das Ereignis abgespielt haben soll.
K. Tresch-Gisler
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.