Die Hexenhaufen am Diedenberg
1. Hoch am Diedenberg, am Fusse des Schyssplanggästockes, gegenüber Wassen findet man viele Geröllhaufen, turmartige Erhebungen am Fusse von Schuttmoränen oder Abstürzen, die den Eindruck erwecken, als ob sie von Menschenhänden hier aufgehäuft worden. Das Volk in Wassen nennt sie »Häxähyffä« und sagt, drei alte Hexen in rot und weiss geringelten Strümpfen hätten sie zusammengetragen und aufgerichtet, um sie einmal in das Tal hinabzustürzen und das Dörflein Wassen zu zerstören.
Josefa Muther u.a.
2. Es lebten vor Zeiten da oben viele Hexen. Man hat sie abends von Wassen aus feuern gesehen. Einem Jäger begegnete eine und sagte, sie wolle gehen und Regen machen, es sei zu trockenes Wetter. Der Jäger riet ab, aber sie ging doch, schüttete einen Kübel voll Wasser um, und da wetterte es ganz gewaltig.
Frau Baumann-Dubacher, 85 J. alt, u.a.
3. Eine Hexe lebte noch zu Menschengedenken im Unterfeld in Meien, die kannte das Hexenwerk wie Brot essen; eine andere wurde ob Realp beim Lipfer- oder Schlipferstein gesehen, von wo schon viele Rufenen zutal gefahren.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.