Die kleine Glocke und die Rübi
An einem Ort fuhr eine Rübi zutal und schadete. Der Sigrist läutete aus allen Kräften über Wetter, doch umsonst; der Pfarrer betete und segnete, aber es fruchtete nichts. Da riet ein Fremder, mit dem kleinen Glöcklein zu läuten, das den unschuldigen Kindern ins End läutete. Aber der Sigrist wollte das nicht tun ohne die Erlaubnis des Pfarrers. Auf Bitten des Volkes erlaubte es dieser, und, sobald das kleine Glöcklein tönte, legte sich das Unwetter und hörte die Rübi auf zu schaden.
Ambros Zurfluh, 75 J. alt
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.