Fuchs und Haarzopf
Im Gädemli ob dem dürren Seeli zu Emmetten lag ein Seelisberger auf der Fuxätüssi. Ziemlich bald kam einer an den Köder herangeschlichen und sank, von des Jägers Kugel getroffen, tot in den Schnee. Der glückliche Schütze liess ihn in seinen Sack gleiten und nahm mit ihm den Heimweg unter die Füsse. Zu Hause legte er seine Beute auf die Stubendiele und ging schlafen, nicht ohne bei seiner Frau noch recht mit seinem Jagdglück und seiner Pfiffigkeit zu prahlen. Am Morgen wollte die Gattin den erlegten Rotröckler auch sehen, und der Mann beeilte sich, ihren Wunsch zu erfüllen. Er hob den Sack vom Boden auf, langte hinein und zog – einen prächtigen roten Haarzopf heraus. Sonst war nichts zu finden.
Jos. Maria Aschwanden, 60 J. alt, Seelisberg
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.