Katze und Viehtod
Der Butzä-Fränzi, der im Ochsengaden in den »Gründen« zu Silenen sein Vieh hirtete, beobachtete dann und wann eine Katze, die sich in der Nähe des Stalles im Grase hin- und herwälzte (het-si g'wahlet); dann verdarb ihm jedesmal bald ein Stück Vieh. Er war aber nicht reich genug, um sich einen solchen Luxus zu erlauben, fragte deshalb im Kreise seiner Bekannten um Rat und erhielt endlich den Bescheid, er solle etwas Metallstaub vom kleinern Glöcklein bei den Vierzehn Nothelfern im Dörfli abfeilen und dem Vieh unter das Gläck mischen. Das tat er getreulich; die böse Katze sah er nie mehr, und sein Vieh blieb seitdem verschont (19. Jahrh.).
Dieses Mittel wird von den Bauern des Reusstales gegen die Geissgelti angewandt.
Jos. M. Tresch, 65 J. alt
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.