B'stellt
Es war spät in der Nacht, und der Mond beleuchtete die Gegend, als der wachsame Pfarrer von Isental, Peter Josef Egger (1848–1875), einen Mann mit einem Handbräntli aus dem Gaden im Guetig heraus und gegen das Dorf hin kommen sah. Offenbar hatte er dort diebischerweise die Kühe gemolken. Wie er am Pfrundhause vorbeigehen wollte, b'stellte ihn der Pfarrer, öffnete das Fenster, stellte ihn ganz kategorisch zur Rede und liess ihn nicht eher von dannen gehen, als er ihm ernstlich versprochen hatte, das Gestohlene zurückzuerstatten und nie mehr Ähnliches zu tun. Das hat geholfen.
»Diä altä Geischlichä hennt nu eppä chennä b'stellä-n- und z'ruggtrybä, diä jetzigä chennet neiwä nymeh uder wennt nitt,« hört man dann und wann klagen.
Pfr. Ferd. Ziegler
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.