Jetz hesch-mi iberfragt
1. Einem Reusstaler begegnete am Bristen ein fremdes Mandli mit einem grossen Klumpen Gold und sagte: »Ich habe genug!« Wo er den Fund gemacht, wunderte der Reusstaler. »Jetz hesch-mi iberfragt!« entgegnete, leicht erschreckend, der Fremde. Man glaubt, wenn der Urner nicht gefragt hätte, so würde ihm der Fremde den Fundort geoffenbart haben, oder er hätte ihn selber getroffen.
Josefa Walker, Amsteg
2. Ein fahrender Schüler begleitete einen Älpler aus der Alp Sewen in Meien auf seinem Gang zu Tale, zeigte gegen den Rüttistock und sagte, dort wäre ein Haufen Kristalle, so gross wie eine Scheiterbeige. »Wo?« fragte der Älpler. »Hättest nicht fragen sollen,« sagte der Schüler, »jetzt darf ich dir nichts mehr offenbaren.«
Albin Loretz
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.