Wie die Franzosen die Leute plagten
Wie die Franzosen die Leute plagten
Wenn die Leute nicht gehorchten, wurden sie von den Franzosen geschlagen. Während der Nacht schliefen die Franzosen in den Betten der Dorfbewohner, und diese konnten zusehen, wie sie die Nacht verbrachten. Oben im Dorf Dietikon nahmen die Welschen einen schönen Stier und töteten ihn mitten in der Nacht.
Die Franzosen hatten auch kein Heu. Sie nahmen den Einwohnern einfach alles Heu weg und gaben es ihren Tieren. Das Heu wurde so knapp, dass die Dorfbewohner ihre Kühe mit gerätschtem Stroh und gar mit Brot füttern mussten.
Die Franzosen blieben so lange im Dorfe, bis alles aufgezehrt war. Kein Brot und kein Geld war mehr vorhanden. Heute noch (1915) hat die Gemeinde Dietikon an den Folgen der Einquartierung durch die Franzosen zu tragen; noch jetzt hat sie Schulden aus jener Zeit.
Auf dem Guggenbühl fällten sie die schönsten Kirschbäume‚ um die Kirschen besser pflücken zu können.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Limmattal
Aus dem Heftchen „Aus schwerer Zeit, alte Erinnerungen aus dem Limmattale“ von Oskar Lüssi, Dietikon, 1915. Der Verfasser dieser Schrift ging den Spuren der Franzosenzeit nach, die in der Erinnerung alter Leute noch vorhanden waren.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.