Die Hasenfrau in Fahr
Die Hasenfrau in Fahr
Der Abt von Einsiedeln war im Kloster Fahr erschienen, das seiner Aufsicht unterstand. Über Tisch erzählte ihm der Klosterbeichtvater von einem Hasen, der allen Jägern in der Umgegend in den Schuss laufe und gleichwohl noch nie getroffen haben werden können. Der Abt entschloss sich alsbald zu einem Jagdgang, aber als ein gelehrter Mann lud er die Flinte vorher mit etwas Gesegnetem. Auch wenn der Jäger Osterkohlen vom Osterfeuer, am Karsamstag am Kirchhof angezündet, im Flintenkolben mit sich trägt, so kann ihm die Begegnung mit der „Hasenfrau“ keinen Schaden tun. Draussen am Stand erschien ein übergrosser Hase, neckte und hänselte. Ein Schuss - und er lag tot.
Da die Jagdgesellschaft heimkam, war im ersten Hause beim Kloster grosser Lärm. In dem Augenblicke, da der Schuss gefallen war, war hier eine Frau tot umgesunken‚ die bei den Leuten die Hasenfrau geheissen hatte. Man hatte grosse Mühe, dem Abt den Unfall zu verbergen.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Limmattal
Rochholz, Naturmythen, S 259. Siehe daselbst seine Darstellung „Die Hasenfrauen“, S. 258—284‚ mit interessanten Hinweisen auf andere Hasensagen.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.