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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Von den feurigen Mannen

Land: Schweiz
Kanton: Zürich
Region: Zürich Unterland
Kategorie: Sage

Von den feurigen Mannen


Der Mülihans in Rafz wusste viele Geschichten von feurigen Mannen zu erzählen. Ihm sei mancher begegnet im Rafzerfeld draussen, wenn er nachts von Wil heimgekehrt sei. Das Feuer habe ihnen allemal nur so aus den Rippen herausgeschlagen.


Einige Übermütige neckten einmal einen feurigen Mann und riefen: „Chumm, chumm!“ Da stürzte er sich auf sie los, und mit knapper Not konnten sie noch das Tennstürchen vor ihm zuschlagen.


Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Unterland
Nach Gchr. Rafz 1902. Der eigentliche Name des Mülihans war Johannes Neukomm. Er stand im Rufe, Krankheiten durch Gebet heilen zu können; er hielt auch religiöse Versammlungen ab. Gestorben 1893.
Ein zuverlässiger Mann erzählte dem Chronisten von Begegnungen mit Irrlichtern. Eines habe er im Hegi gesehen. Es sei eine Flamme gewesen in der Grösse einer Literflasche; nicht weit von ihm sei sie zwischen den Bäumen umhergehüpft und dann verschwunden. Ums Jahr 1906 ist eine solche Flamme, die bis auf die Dächer hinauf hüpfte, mitten im Dorf beim „Kreuz“ gesehen worden.
Dekan Bär in Hinwil‚ 1896-1907 Pfarrer in Rafz, erzählte K. W. Glaettli 1934 etliche Erlebnisse mit „brünnigen oder füürigen Mannen“, die er von Rafzern aus erster Hand gehört hatte. Leider sind die Notizen nicht mehr vorhanden.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.