Das Dorftier zu Rafz
Es wird am Ende des 19. Jahrhunderts gewesen sein, als man in Rafz noch wusste, dass es ein Dorftier gab, ein Ungeheuer, das nachts im Dorf herumtrabte und die Leute fürchten machte. Dieses Dorftier spukte also noch in den Köpfen gewisser Leute.
Da sei denn auch einmal einer angetrunken heimgesegelt. Er sieht auf einem Misthaufen etwas Grosses kauern. Das ist das Dorftier, denkt er, nimmt ein buchenes Klafterscheit und schmettert es über das Ungeheuer. Das tönt entsetzlich hohl und rumpelt unerhört, dass es nicht mehr schön ist. Am Morgen vernimmt er, dass einer dem andern mit einem buchenen Klafterscheit ein Güllenständli zusammengehauen habe.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Unterland
Nach Gchr. Rafz 1902
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch