Wie einer stark geworden
Am Herbste wurden einem Schafbub soviele Schafe als Lohn zuerkannt, als er aus dem Schafpferch über den Hag heraus zu lüpfen imstande war. Aber da fiel der Sommerlohn dürftig genug aus, denn ein einziges Schäflein, das geringste von allen, vermochte er herauszuheben. Dennoch dingte er im nächsten Sommer wieder beim gleichen Meister zum nämlichen Lohn. Er war unterdessen durch den guten Rat eines erfahrenen Freundes klüger geworden. Jeden Tag während des ganzen Sommers würzte er seine Milchsuppe mit einer Schnupfeten Salz. Am Herbst lüpfte er zum Erstaunen und Schrecken des Besitzers ein Schaf nach dem andern über den Hag, und nur das leichteste von allen liess er dem Meister übrig.
Pfarrer Arnold, Schächental, und a.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.