Die blutenden Knochen
Auf dem Rodontboden am Gotthard hat einst ein Säumer aus dem Kanton Tessin seinen Kameraden erschlagen und verlochet. Es sind aber eine Masse Jahre seither. Später passierte der Tessiner mit seinem Schlitten wieder einmal die Stelle der Mordtat und dachte, er wolle die Gebeine des Erschlagenen doch auf geweihte Erde verbringen. Er grub ihn also aus, tat ihn in einen Sack und lud ihn auf den Rücken. Aber wie er ihn auf den Rücken nahm, fing es an, aus dem Sack zu bluten, und es blutete auch noch, als er im Dorfe Eriels anlangte. Wie es weiter gegangen, weiss ich nicht mehr.
Marianna Schmid, 77 Jahre alt, Hospental
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.