Zur Klarydensage
Der Senn in Klaryden – i Chlarydä – besass 20 Kühe. Die Mutter besuchte ihn am 15. August und wurde mit grasgrüner Schotte bewirtet. Beim Abschiede reichte sie dem Sohne die Hand und sagte: »Ds neechstmal cha-di de d'r Herrgott heimsüechä.« Als sie auf dem Klausen zurückschaute, sah sie, wie eine schwere Wolke über Klaryden sich zusammenballte und allmählich niederliess, dass man sie mit einer Hand hätte erreichen können, worauf es anfing zu donnern und zu blitzen und die Alp samt Menschen, Vieh und Hütte einzuschneien.
Jos. Gisler, 61 Jahre alt, Altdorf
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.