Der anklagende Erdboden
Zur Franzosenzeit erschienen eines Tages zwei Franzosen auf der Urschlaui zu Wassen. Die Leute dort waren gerade mit Anknen beschäftigt und beteten dazu die Litanei. Die Franzosen hörten zu und äfften sie bald nach – hennt's üssg'anteret –, indem sie die folgenden Sprüchlein im Tone der Litanei herleierten:
»Wir haben kein Brot, – nix für uns,
Wir haben kein Käs, – nix für uns.«
Nachdem der Anken bereitet war, gaben die Leute auch den Spöttern ein tüchtiges Stück davon – ä scheenä Flärrä –, das diese aber dem Herrgott in der Schroten zuschleuderten mit den gottlosen Worten: »Da, friss-ä!« Von Entrüstung überwältigt, holte der Bauer eine Axt und erschlug die Frevler und vergrub sie. Aber uff der Stell, wo-n'rs verlochet häig, häig doch ä käi griäni Chydä meh wellä waxä.
Fr. Gamma-Zgraggen, 40 Jahre alt, Silenen
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.