Eingemauert
Ein altes Müetterli hat mir erzählt: Zwei Männer von Alpnach-Dorf seien miteinander auf die Jagd gegangen, und der eine habe dabei aus Versehen des andern Hündlein erschossen. Das sei aber dem Besitzer fürchtig lieb gewesen, und in jähem Zorn habe dieser gesagt, es wäre ihm lieber gewesen, wenn jener auf den Herrgott geschossen hätte statt auf das Hündlein. Im nämlichen Augenblick sei er in sich zusammengesunken, wie auf den Erdboden geschlagen, und habe fürchterlich ausgesehen. Kein Mensch vermochte ihn von der Stelle zu bewegen. Sie mussten ihn da einmauern.
Fr. Tresch-Furrer, 35 Jahre alt, Silenen
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.