Verbrennen von Hexen-Werkzeug
Mit allerlei hat er sich befasst, dieser Biälä-Jeeri-Toni. Eine Zeitlang war er Schullehrer in einem Dorf im Kanton Wallis. Dert hennt-s'aber schynts ä lüttärä Pfahr gha. Der kam eines Tages zum Toni und sagte ihm ins Gesicht hinein, er habe allerlei Ruschtig im Hause, die nicht in ein Christenhaus gehöre; er solle sie wegschaffen. Wer aber nicht gehorchte, das war der Toni. Der Pfarrer erschien deshalb zum zweiten Male im Hause und verkündete, er gehe einfach nicht weg, bevor Toni vor seinen Augen den unchristlichen Plunder verbrannt habe. Jetzt musste sich der Bedrängte dazu verstehen; er suchte das Zeug zusammen und fuhr damit dem Ofen zu. Nun aber ging ein furchtbares Gepolter los; es donnerte und blitzte und hagelte in der Stube, dass es ein Graus war, dass man hätte meinen sollen, es müsse alles zu Hudlen und zu Schmettern gehen. Der Pfarrer musste an einem fort sagen, er solle nur keine Angst haben. Richtig, keinem geschah ein Leid, keiner wurde verletzt, und auch der Rumor nahm ein Ende.
Theresia Gisler, 73 Jahre alt, Spiringen
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.