Die Hexe in Attinghausen
Eine alte Hexe lebte in Attinghausen. Sie wollte nie zur Kirche gehen und schnitt aus den Büchern die heiligen Namen und Bilder heraus. Ein Schweineverschneider, dessen Namen genannt wird, brachte sie einmal zwangsweise in die hinterste Bank der Kirche, wo sie ihm aber entschlüpfte. »Wart nur«, soll sie zornig ihm nachgerufen haben, »jetzt sollst du beim Schweineverschneiden auch kein Glück mehr haben.« Von da an seien ihm alle Schweine, die er verschnitt, verdorben, bis er das Messer segnen liess. Man habe die Hexe ergriffen und über den Klausen geführt, und dort soll sie verbrannt worden sein! (Es handelt sich um die irrsinige Vinzenzia Megnet, die vor kaum einem halben Jahrhundert noch lebte und auf ihrem Wanderleben in einem Berggut zu Spiringen starb.)
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.