Die verbrannte Hexe
In einem »Feld« zu Bürglen wohnten drei junge Meitli. Zu ihnen ging ein Bursche von Schattdorf z'Gass. Beim »Usäzindä« schlug ihm jedesmal eines derselben mit einer Hand auf die Achsel, und wenn er heimkam, fühlte er den unwiderstehlichen Trieb, wieder zu ihr zu gehen und es zu besuchen, obwohl es ihm eigentlich gar nicht so sehr ans Herz gewachsen war.
Endlich sagte er es seiner Mutter, und diese holte an guter Quelle Rat ein. Den erhaltenen Bescheid befolgend, versetzte der Bursche beim nächsten Besuch dem Mädchen, das ihm wieder auf die Achsel schlug, einen wackern Handschlag in's Gesicht und verbrannte zu Hause den Tschopen, den er dabei getragen hatte. Da bekam die boshafte Jungfer ein furchtbar verbranntes Gesicht und musste an den Brandwunden eines schmerzlichen Todes sterben.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.