Vom Nacht-Toggeli
haben sie früher viel erzählt. – Einst schliefen mehrere Burschen in einer Kammer. Da merkten die zwei in dem einen Bett, dass ihr Kamerad im andern mit Einem kämpfe. Ja, nach einer Weile rief er sie zu Hilfe: »Kommet doch, er will mich verderben!« Lachend entgegnete ihm der eine: »Schick ä dü zu ys durä, m'r wend-ä scho!« Allmählich wurde es ihnen doch unrecht, als sie ihn immer so gwirben sahen, und einer glaubte, an der Wand beim Bette des Bedrängten etwas wie den Schatten eines menschlichen Kopfes wahrzunehmen. Nach einigem Besinnen stach er mit seinem Sackmesser hinein, und jetzt gab es Ruhe. Später einmal redete er mit einem Geistlichen über dieses Erlebnis, und der platzte heraus: »Ja, diesen Stich habe ich in meinem Herzen.«
Fr. Nussbaumer-Zgraggen, 27 Jahre alt, Schattdorf
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.