Auf dem Kaiser
in Isental bin ich auch einmal gewesen. Zuoberst ist ein schöner Platz, tupfeben wie eine Stube, in der Mitte eine rundliche Vertiefung wie ein Wellchessi und um diese eine Erhöhung ähnlich einer berasten Mauer. Zur Franzosenzeit seien von allen Seiten grosse Schätze dahin geflüchtet worden. Einst versuchten wagemutige Leute, diese Reichtümer zu gewinnen. In der heiligen Nacht gruben sie nach ihnen; schon sahen sie's blinken und glitzern; da wehte der Wind den Klang einer Kirchenglocke, die soeben zur Wandlung läutete, vielleicht von Isental her, bis auf die luftige Höhe, und ach! der Schatz verschliff vor den Augen der gierigen Sucher in die Tiefe. So sei es schon mehr als einer Partie ergangen.
Fr. Truttmann-Truttmann, 35 Jahre alt, Seelisberg
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.