Vom Bachser Chindlibuck
Vom Bachser Chindlibuck
Der Chindlibuck ist eine Anhöhe über dem Dorfe Bachs. Hier war es vor Zeiten nicht ganz geheuer. Es hiess, es erscheine daselbst nachts ein feuriges Auge oder eine blaues Licht, und aus dem Boden krieche gelegentlich ein grauenhaftes Ungeheuer hervor.
Wenn eine Bachser Familie „Jugend bekam“, sagte man neugierigen Kindern, die Hebamme habe diese im Chindlibuck oben geholt.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Unterland
Um die kommentierenden Beigaben gekürzt aus Hedinger, S. 5. Dessen Quellen: Bolleter, S. 10; Binder, S. 128. - Ähnliche Angaben über die Herkunft neuer Erdenbürger sind noch in vielen andere Orten bekannt. Im Wehntal war ehedem die Redensart verbreitet, man habe sie im Wachthäuschen auf der Lägern bezogen, und ein grosser erratischer Block am Altberg heisst noch heute “Chindlistei“. Stauber zählt in „Sitten und Bräuche“, 1, S. 5, als weitere Herkunftsorte der Kinder im Kanton Zürich auf: Stäfnerstein (bei Stäfa), Kindlistein (bei Maschwanden), Kindlistein am Uetliberg, Totenbrünneli (bei Benken), Chrungelichaschte (an der Sihl oberhalb Hirzel). Dieses Thema ist bearbeitet im „Atlas der Schweizerischen Volkskunde, II Teil, Karte 202 / 203, „Herkunft der Kinder“.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.