Der Kernensee
Der Kernensee
Dieser befindet sich beim „Burenholz“ nördlich der Strasse von Stadel nach Hochfelden, ist aber schon stark verlandet. Früher glaubte man, nach seinem Wasserstand des Frühlings den Ertrag der Getreideernte voraussagen zu können. Wenn in diesem schon zur Frühlingszeit das Grundwasser auffallend stieg, schloss man, es gebe einen nassen Jahrgang und deshalb wenig und schlechtes Getreide. Darum soll es nach der Sage auch hier vorgekommen sein, dass Kornhändler oder ihre Spione aus dem Klettgau und Schwabenland nach dem Winter hieher kamen, um sich bei diesem „Naturbarometer“ Rat zu holen. Zeigte er grosse Nässe an, so behielten sie ihre Vorräte zurück, um sie bei uns erst nach der erfolgten Preissteigerung abzusetzen.Diese Meinung ergab sich wohl aus einer sehr langen, oft erwiesenen Erfahrung und gewisse Zusammenhänge werden von einzelnen Fachleuten nicht ohne weiteres bestritten.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Unterland
Gekürzt um die kommentierenden Beigaben, aus Hedinger, S. 25· Seine Quelle: PersönIiche MitteiIung und Angaben des Grundwasserforschers Dr. J. Hug in Zürich. Andere Gewässer, aus denen man Teuerung prophezeite, waren der Haarsee bei Henggart, der Wangener Hungerbach, das Tüürebrünneli bei Lunnern, das Hungerseeli bei Fehraltorf.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.