Der stattliche Bauer
Der stattliche Bauer
Ein Herzog von Österreich ritt einst mit seinem Gefolge von Rapperswil nach Winterthur. Unweit der Burg Hegi erblickte er auf dem Felde einen pflügenden Bauern, der ihm auffiel, weil er mit edlen Gebärden das Ackergerät handhabte und stattliche Kleider trug, Die prächtigen Pferde führte ihm ein strammer Jüngling. Der Herzog betrachtete den edlen Graukopf und seinen Pferdebuben, hielt an und sprach zu seinen Begleitern: „Solch einen schönen Bauern mit einem so prächtigen Gespann habe ich noch nie gesehen!“ Der Hofmeister, der die Gegend kannte, klärte seinen Herrn darüber auf, dass jene vermeintlichen Bauern der Herr von Hegi und sein Sohn seien, die nicht verfehlen würden, ihm, dem Herzog, morgen in der Stadt als edle Herren ihre Aufwartung zu machen.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Winterthur und Weinland
Nach P. Corrodi, Sagen Winterthur, 1915, S. 115; Mem. Tig. 1742, S. 204. (Danach schon bei Bullinger, Tiguriner, aber mit Bezug auf einen Freiherrn von Hegnau.)
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.