Der kopflose Wettergeist
»Wenn sie allemal zu Oberkäsern im Maderanertal heueten«, so hat meine Mutter oft erzählt, »geschah es nicht selten, dass am Morgen gegen 9 Uhr ein grosser Mann von der Kuhkähle her nach Oberkäsern hinauf kam, über Oberkäsern und über den Büel und von hier wieder abwärts gegen das Brunni hinunter marschierte. Einen Kopf hat man ihm nie gesehen. Am Rücken trug er ein Handbräntli. Wenn er erschien, kam noch vor Abfluss einer Stunde eine Wolke an den kleinen Windgällen, und kaum 10 Minuten später trat das schwerste Wetter, oft sogar Hagel ein. Nachmittags etwa 1 – 2 Uhr kam er dann vom Brunni wieder zurück und war jetzt schwarz wie der Teufel. Er wanderte über Oberkäsern und dann abwärts der Kuhkähle zu. Dann liess auch das Wetter wieder nach«.
Johann Tresch, Wyler
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.