Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Vom Blitz erschlagen

Land: Schweiz
Kanton: Uri
Kategorie: Sage

Drei Geissbuben auf den Giebelstöcken wurden von einem Donnerwetter überrascht. Zwei von ihnen fürchteten sich, machten das Kreuzzeichen und beteten: »Jesus, Matthäus, Markus, Lukas und Johannes; b'hüet-is Gott und d's heilig Chrytz.« Der dritte jedoch spottete nur und lachte und prahlte. Da traf ihn inmitten der zwei Gespanen ein Blitzstrahl und schlug ihn tief, tief in den Erdboden. Es gab ein furchtbares Loch in den Erdboden, und man sieht es heute noch; wenn man Steine hineinwirft, hört man sie sehr lange rollen und poltern, und man kann hineinwerfen, soviele man will, der Krachen wird doch nie voll. Sie gruben nach dem Knaben tief in den Boden, aber fanden keine Spur von ihm.

Katharina Kempf, 90 J. alt; Josefa Imhof-Aschwanden, 85 J. alt.

Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.