Marchgespenst auf Seelisberg
Es war im Hungerjahr 1816, als meines Mannes damals 16jährige Grossmutter und ihre 11jährige Schwester mit ihrer Mutter zum Schmärzächäppäli nach Emmetten wallfahrteten. Auf der Marcht erblickten sie auf einmal drei grosse Männer. Deren zwei standen auf der einen Seite der Gasse; einer trug ein grosses offenes Buch, und der andere hinter ihm schaute hinein und zugleich über ihn hinweg dem dritten, der auf der andern Seite stand, auch in das Buch, das er trug. – Ja, wenn man die Beschaffenheit der Landesgrenzen zwischen Seelisberg und Emmetten recht betrachtet, muss man unwillkürlich denken, da sei einmal falsch gemarchet worden.
Fr. Truttmann-Truttmann, 35 J. alt, Seelisberg
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.