Tanzende Katzen (Hans Koch)
Nach altem Volksglauben konnten sich die Hexen in allerlei Gestalten verwandeln und so unerkannt ihren Mitmenschen Böses zufügen und sie plagen. So erzählt man in der Stadt Zug von Hexen, die sich in dunkelfarbige Katzen verwandelten. Auf der Geissweid, unterhalb des heutigen Kapuzinerklosters, hätten sich während dunkler Nacht oftmals vier Katzen ein lautes Stelldichein gegeben und dabei auf der Geissmatte Ringeltänze aufgeführt. Den Nachbarn gefiel dies lärmende Treiben nicht besonders, und als dies Katzentanzen ihnen zu bunt wurde, schoss ein mutiger Bursche, der hinter einer Hausmauer auf Lauer stand, mit einer Flinte flink unter die Tanzenden und erwischte mit einem Schuss eine der Katzen am hintern Fuss.
Seit dieser Nacht war die Frau des damals regierenden Ammanns hinkend, denn sie war unter den Hexenkatzen gewesen, die auf der Geissweid getanzt hatten.
Quelle: Hans Koch, Zuger Sagen und Legenden, Zug 1955, S. 104
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.