Brauch beim Brotbacken
Solang man im Schächental noch im eigenen Haus wenigstens von Zeit zu Zeit Brot zu backen pflegte, war es Sitte, ein mit Lampenöl gefülltes »Buschiliechtli« zum Brot in den Ofen zu stellen und drinnen für die armen Seelen brennen zu lassen. Nicht selten äusserte man seine Befriedigung darüber etwa mit den Worten: »Da werden die armen Seelen eine Freude gehabt haben, dass wir ihnen wieder einmal so ein Lichtlein haben brennen lassen.« Und jemand meinte, sie hätten das Öl sauber ausgeschleckt.
Andreas Fedier
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.