Arme Seelen beim Einzug eines Pfarrers
Als die Leute zu Wassen ihren neuen Seelenhirten, den Pfarrer Christen (1728), feierlich in die Pfarrei und Pfarrkirche einführten, schaute ein Mann von der Höhe zu Äntschigen in das Dorf hinunter und betrachtete den feierlichen Einzug. Da sah er den Pfarrer ganz im Schneeweissen und vor und hinter ihm ganze Scharen armer Seelen, die ihm das Geleite gaben. »Hittä hend-r-ä wysse Heer ibleitet«, sagte nachher dieser Mann zu den Wassnern. Der Pfarrer aber zeigte sich in der Folge als ein ganz besonderer Liebhaber der armen Seelen.
Frau Regli-Baumann, 75 Jahre alt;
Franziska Kruog u.a.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.