Ich komme aus dem Niederland
a) Der alte Bauer im Breitental näherte sich eines Abends auf der Gotthardstrasse dem Wassnerwald. Da sah er auf einmal eppis z'drohlädä chu durä Tafälästutz appä, das syg g'sy wiennes Bäuwälästuck. Er redete das Ding an und erhielt zur Auskunft: »Ich komme aus dem Niederland, und mein Leib liegt noch warm in Seide und Sammet auf dem Totenbett. Ich war in meinem Leben kein schlechter Mensch, aber Hitze und Kälte habe ich nicht ertragen wollen und bin daher verurteilt worden, diese zwei Mühseligkeiten nach meinem Tode durchzumachen. Die Hitze habe ich jetzt erfahren, und nun muss ich auf den Hüfigletscher, um dort auch die Kälte zu ertragen. Ich muss mich beeilen, sonst finde ich keinen Platz mehr.«
»Das het de der alt Breitätaler sälber verzellt, und der isch de susch kei verlognä Ma gsy«, beteuert mein Gewährsmann.
Peter Walker
b) Eine Sterbende im Isental jammerte: »Ja, ja, wenn d'Hitz und Chelti nit wäret, sä wärs scho nu z'stärbä.«
Hans Aschwanden
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.