Helf dir Gott
a) Irgendwo in Uri hatten sie einen Knecht, einen groben, unhöflichen Klotz, der nie »Helf dir Gott« oder »Gesundheit« sagte, wenn sich jemand in seiner Nähe erniesen musste. Nachdem ihn der ewige, allmächtige Dienstherr abberufen von dieser Erde, hörte man es in dem Hause, wo er gedient hatte, öfters niesen. Man wusste sofort, wer das sei, und wagte nicht, sich zu rühren, wenn er sein dröhnendes Niesen erschallen liess. Einmal trat ein neuer Knecht ein, der nichts von dem Spuke wusste und »Helf dir Gott« rief, als er's niesen hörte. Da liess es einen Knall los, und eine Stimme rief: »Dank, tausendmal Dank, jetzt bin ich erlöst.«
Maria Schilter
b) Maderanertal. Glied der Familie statt des Knechtes. Geist kam unter dem Tisch hervor und rief etc.
Andreas Fedier
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.