Des Teufels Hausbau
Der Teufel versprach einem armen Bäuerlein, bis Mitternacht ein Häuschen zu erstellen; dafür musste ihm dieser seine Seele verschreiben. Im Akkord machte aber der Bauer die Bedingung: »Wenn der Bau vollendet ist, werde ich einen unparteiischen Augenschein machen lassen. Und findet der einen Mangel, so hast du verspielt.« Der Teufel ging auf diese Bedingung ein. Um Mitternacht stand das Häuschen fix und fertig da; der Augenschein kam und erklärte, es habe einen grossen Mangel, es sollte auf Rädern stehen, damit man es hin und her rollen könnte. Der Teufel hatte es verspielt. Man fragte ihn noch, wieviele daran gearbeitet hätten, und er gab zur Antwort: »Vill z'vill, mer sind änand nur im Wäg g'sy.«
Michael Walker, Altdorf, 60 Jahre alt.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.