Die drei Teufelspratzen
Ja, ja! in einem Haus im Isental, im Schipfi, sind drei Teufelspratzen im Getäfer einer Zimmerwand abgedrückt. Das ist denn schon wahr: »ich habe sie selber gesehen; man erkennt sie ganz gut; es sind drei Hundepratzen, und die sind nicht auszutilgen. Man hat schon das Getäfer herausgerissen und ein neues hineingetan, aber es hat nichts genützt; man sieht sie im neuen auch wieder.« – Dort waren einmal zwei Brüder, reich aber geizig. Einmal bekam der eine von ihnen ein Kind und bat den andern, Götti zu sein. Aber der Geizkragen wollte nicht; das koste ihn zu viel, meinte er. Deshalb verzögerte sich die Taufe und das Kind starb ungetauft. Aber jetzt erschien der Teufel dem Geizhals in Hundegestalt und hinterliess dabei die genannten Spuren. In derselben Nacht noch kam der Geizer in das Haus gelaufen, wo das Kind gestorben, und schrie und brüllte: »Taufet, taufet, ich will Götti sein!« Es nützte nichts mehr, das Kind war tot. – Das war manchem eine Warnung. Es gibt nämlich kein besseres Werk, als einem Kinde zur Taufe, also zu einer christlichen Seele zu verhelfen.
Frau Gisler-Zwyssig, 68 Jahre alt, und a.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.