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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Der Schatz auf der Hinter-Arnialp

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Region: Emmental
Kategorie: Sage

Auf der Hinter-Arnialp sömmerte vor Zeiten ein rechtschaffener Hirt manchen Sommer lang das Vieh der Emmentaler Bauern. Er war ein armer Verdingbube gewesen, und zeitlebens blieben ihm irdische Güter versagt. Zuweilen träumte er von einem grossen Glück, das ihm einmal noch widerfahren würde.

Einst vernahm er im Traum deutlich die Worte :

«Zu Basel auf der Rheinbrück 

Da findest du dein Glück!»

Zunächst traute er der Sache nur halb, entschloss sich aber doch, so bald der Sommer zu Ende und das Vieh gesömmert sei, sein Glück in Basel zu versuchen.

An einem schönen Herbtstage langte er in Basel an und wanderte nach der Rheinbrücke hinaus. Dort traf er einen vornehmen Basler Herrn an. Er kam mit ihm ins Gespräch und erzählte ihm seinen Traum. Der Herr staunte nicht wenig, denn auch ihm hatte geträumt, und zwar, dass unter dem Küchenboden der Sennhütte auf dem Hinterarni ein grosser Schatz verborgen liege. Leider wisse er aber nicht, wo dieses Hinterarni sei. Darauf antwortete ihm der Arni-Hirt: «Aber ich weiss es! » Mit diesen Worten machte er sich schleunigst aus dem Staube. Beim Nachgraben in der Küche stiess der Hirt wirklich auf einen ganzen Korb voll Gold- und Silbermünzen und war fortan ein reicher Mann.

Emmentaler Sagen, Hermann Wahlen, 1962 Gute Schriften Bern

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.