I dr Sant Angereesenacht
I dr Sant Angereesenacht
Mi Meischterfrau isch e Müllerschtochter us dr Gäged vo Bäm gsi. Die het is mängisch verzellt, wie sie’s gmacht heig, für dä z’gseh, wo de ihre Ma wärd. I dr Sant Angereesenacht het sie si abzoge. Derno het sie mit em Hemlistock dr Schübellade vo ihrem Gade gwüscht, ’s Ghüder voruse treit, Brot u Wi uf e Tisch gstellt un es Glas voll Wi igschänkt. Demo isch sie hingertsi i ’s Bett u het gseit:
„Angerees, i bitte di,
Bettstatt i betritte di,
Zeig mer hinecht diesi Nacht
Mi härzallerliebschte Schatz,
Het er Ross, so chunnt er z’rite,
Het er Chüeh, so tribt er sche,
Het er nüt, so chunnt er süsch.“
Eismols hock am Tisch e junge Bürschtel. Är heig vo dr Sach uf em Tisch brucht. Sie heig ne nid gchennt. Aber wie-n-er sig do gsi, so plötzlech sig er ewägg cho. U dä sig später ihre Ma worde.
Dr Müller, wen er si Frau so het ghöre verzelle, het albe gseit, jo, gwüss; äs sig Wohrheit. Är heig um die glichi Zit so öppis wie-ne Traum gha; äs sig ihm gsi, är hocki ire frönde Stuben am Tisch; druf stangi Wi un es aghaunigs Brot liegi dernäbe.
M. Sooder, Sagen aus Rohrbach, Huttwil 1929
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.