Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Windspiel

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Kategorie: Sage

Windspiel

a. We’s amenen Ort es Windspiel het gä, het üse Grossätti alben e Gable drigschosse; de isch es abegheit. Aber einisch het e Ma e Gable drigschosse u heig vo denn ewäg es bös Bei gha.

b. Es brucht nid grad e Gable z’si; es cha au es Mässer, uberhaupt öppis Spitzigs si; aber we me‘s bängglet, muess me „Süidräck! Süidräck!“ rüefe.

c. Dr Löchlidani het am Galgerain Heu zsämegmacht. Du ischt es Windspiel cho u het ihm emel zwe Böge Heu u Tschöttelichappe dür d'Luft us gno. „Süicheib, Süicheib“, het er grüeft, „’s Heu chascht ha; aber d Chappe gi mer ume.“ Demo isch d’Chappe wiederume z’Bode gheit; aber ‘s Heu het’s ihm wit dür d‘Luft us ewägg treit.

Der Wirbelwind erschien dem Menschen immer als etwas Übernatürliches. Vielleicht erregen ihn Hexen, die ja Gewitter mit ihren Begleiterscheinungen erzeugen können, und wenn nicht Hexen die Urheber sind, so müssen andere geheimnisvolle Mächte im Spiele sein, irgend ein übernatürliches Wesen vielleicht, das man nicht genau zu erkennen vermag. Und wie man sich gegen die Tücken der Hexe und gegen das Doggeli schützt, so sucht man auch den Zauber, der im Wirbelwind ist, zu brechen mit Dingen, die hauen oder stechen und Verletzungen beibringen.

M. Sooder, Sagen aus Rohrbach, Huttwil 1929

 

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.