Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Die wildi Jagd

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Kategorie: Sage

Die wildi Jagd

Äs isch i de churze Tage gsi, zwüsche Wiehnecht u Neujohr. Du isch es bi dr Altburg ufgange. Wie ne Chuppele Jaghüng isch es derhär cho un uber mi ubere. Z’Sossau si d’Lüt voruse cho u hei zueglost. Wie ne Chutt isch es em Guger no, gägem Stieregässli zue, düre Schintersgraben uf, uehe i ’s Bantli un i graue Stei.

 

Die wilde Jagd und der wilde Jäger

Der Glaube an die Toten im Wind entspringt doch aber im wesentlichen dem Erlebnis des Sturmes. Als aussergewöhnliches Ereignis übt es auf das Fühlen und Denken des Menschen einen überwältigenden Eindruck aus. Wie das Unwetter herankommt! Peitschend fällt der Regen nieder. Wie die Bäume sich biegen! Wie es tost und heult! Das ist kein gewöhnlicher Sturm. Da heulen Hunde, schreien und toben Menschen! In den jagenden Nebelfetzen sieht er sie dahinfahren‚ allerlei Getier, tiergestaltige Tote und menschliche Leiber. „Das Heer der Seelen, das im Winde dahinbraust, ist die wilde Jagd.“

M. Sooder, Sagen aus Rohrbach, Huttwil 1929

 

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.